Algemeines Information
Nierentransplantation:
Indikation und Erfolgsrate:
Die häufigste Ursache für Nierenerkrankungen im Endstadium ist die diabetische Nephropathie, gefolgt von der Nephroangiosklerose bei Hypertonus und verschiedenen primären und sekundären Glomerulopathien. Alle Patienten mit chronischem Nierenversagen werden für die Nierentransplantation berücksichtigt. Die Überlebensrate der Patienten ein Jahr nach der Transplantation von einem lebenden verwandten Spender beträgt 95% und ist nur unbedeutend geringer, wenn das Organ von einem verstorbenen Spender stammt. Die Funktionsrate nach Transplantation beträgt nach 3-5 Jahren 90-70%. Neu entwickelte Immunsuppressiva und immunologische Kontrollen haben zur Ausdehnung des Empfängeralters von 5 Monaten bis zu 75 Jahren geführt.
Spenderauswahl und Konservierung:
Etwa 1/3 aller Nieren werden von lebenden Verwandten gespendet, die eine intakte beidseitige Nierenfunktion und gute Gewebeverträglichkeit besitzen, aber keine sonstigen allgemeinen Erkrankungen aufweisen. Über 2/3 stammen jedoch von verstorbenen Spendern. Ausgenommen von der Spende sind Menschen mit Gefäßerkrankungen, Diabetes und Krebserkrankungen. Nach Feststellung des Hirntodes sorgt man beim Spender für stabile Kreislaufbedingungen und eine normale Nierenfunktion. Anschließend können die Nieren entfernt, gespült, durch Perfusion gekühlt und in speziellen Eislösungen zur Vorbereitung auf den Transport konserviert werden. Nieren sollten nicht länger als 36 Stunden gelagert werden. Eine Transplantation nach 36 Stunden kann nur dann erfolgreich durchgeführt werden, wenn kontinuierlich eine mit Sauerstoff angereicherte, kalte Plasma-Lösung eingesetzt wird.
Transplantationsverfahren:
Das Transplantationsverfahren ist verhältnismässig einfach und dauert ca. zwei Stunden. Der Patient muss dazu dialysiert und frei von Infektionen sein. Die Niere wird retroperitoneal in die Darmbeingrube transplantiert, mit Gefäßverbindungen zur Arteria und Vena iliaca und der Implantation des Ureters in die Blase.
Komplikationen:
Die Hauptkomplikation ist die Abstoßung des Organs. Bei Nierentransplantationen treten diese meist in den ersten 4 Monaten nach Transplantation auf. Trotz anfänglicher Immunsuppression können die Patienten mehrere akute Abstoßungen erleiden, wobei sich die irreversible chronische Transplantatabstoßung über mehrere Jahre entwickelt. Wenn die Behandlung der Abstoßung erfolglos ist, muss der Empfänger zur Dialyse zurückkehren und auf eine erneute Chance warten. Weitere spätere Komplikationen sind die Nierentoxizität des Cyclosporin A, Infektionen, Nierenerkrankungen und das Auftreten von Tumoren. Das Risiko eines Epithelkarzinoms oder Lymphoms ist 30 mal höher als in der Normalbevölkerung und kann durch Reduzierung oder Unterbrechung der laufenden Immunsuppressionstherapie behandelt werden.

